Dialysearten kompakt erklärt

Bei der Hämodialyse wird Ihr Blut extern über ein Dialysegerät gereinigt. Dafür müssen Sie mehrmals wöchentlich ein Dialysezentrum aufsuchen. Die Peritonealdialyse bietet etwas mehr Freiheiten, da sie von Zuhause durchgeführt wird. Dabei wird das Blut intern gereinigt und das Bauchfell dient als natürlicher Filter.

Bei beiden Dialysearten ist im Vorhinein ein kleiner operativer Eingriff notwendig. Welche Dialyseform für Sie die richtige ist sprechen Sie mit Ihrem Arzt ab. Diese Entscheidung ist abhängig von vielen verschiedenen Faktoren.

Wie funktioniert eine Dialyse?

Bei einer Dialyse wird dem Körper Blut entnommen, dieses über eine Membran gefiltert und das gereinigte Blut dem Körper zurückgeführt. Der Stoffaustausch beruht dabei auf dem physikalischen Prinzip der Diffusion.

Bestimmte Produkte, wie zum Beispiel Elektrolyte, Harnstoff und Kreatinin, können die Membran relativ ungehindert passieren und werden durch die Poren der Membran aus dem Blut gefiltert.

Substanzen aus größeren Molekülen (zum Beispiel Eiweiße, Blutzellen, Fette) können die Membran allerdings nicht durchqueren und bleiben somit im Blut. Es gibt zwei unterschiedliche Dialysearten – die Hämodialyse und die Peritonealdialyse.

Die Hämodialyse

„Hämo“ steht in der Sprache der Mediziner für „Blut.“ Die Hämodialyse ist die häufigste Form der Dialyse und wird auch als „Blutwäsche“ bezeichnet. Das bedeutet, das Blut wird mit Hilfe eines Dialysators – oft „künstliche Niere“ genannt – aus dem Körper geführt, gereinigt und anschließend wieder sauber in den Patienten zurückgeleitet. In der Regel suchen die Patienten dafür dreimal die Woche für je ungefähr vier Stunden eine Dialysepraxis auf.

Erfahren Sie mehr darüber, wie eine Hämodialyse abläuft und ob diese Art der Dialyse für Sie in Frage kommt.

Die Peritonealdialyse

Im Zuge dieser Methode wird das Blut mit Hilfe des eigenen Bauchfells gereinigt (in der Fachsprache „Peritoneum“). Deshalb wird die Peritonealdialyse auch als Bauchfelldialyse bezeichnet. Unser Bauchfell ist eine schützende Haut, die unseren gesamten Bauchraum auskleidet und die Organe schützt. Dieses dient bei der Peritonealdialyse als natürlicher Filter, das Blut wird also „intern“ gereinigt. Das Bauchfell verfügt über viele kleine Poren, über die ein Stoffaustausch erfolgen kann.

  • Auch bei der Peritonealdialyse ist im Vorhinein ein kleiner operativer Eingriff notwendig, bei welchem ein Katheter in die Bauchwand eingesetzt wird.
  • Über diesen werden dann je 1,5 bis 2,5 Liter einer speziellen Dialysierflüssigkeit in den Körper geleitet, die Blut und Körper von Wassereinlagerungen und unerwünschten Stoffen befreit.
  • Nach vier bis sechs Stunden wird die nun mit Giftstoffen angereicherte Flüssigkeit wieder abgelassen.
  • Falls die Spüllösung tagsüber nicht gewechselt werden kann, kann die Peritonealdialyse auch nachts durchgeführt werden. Eine Maschine übernimmt dann den Wechsel der Flüssigkeit.
  • Die Peritonealdialyse können Patienten mit ein wenig Übung in der Regel selbstständig zu Hause durchführen.

Hämodialyse oder Peritonealdialyse – Die richtige Wahl treffen

Viele Patienten stehen am Anfang vor der Frage: Welche Dialyseart ist für mich die richtige? Dies kann nicht pauschal beantwortet werden und ist von vielen Faktoren abhängig.

So spielen zum Beispiel Begleit- und Vorerkrankungen, die häusliche und soziale Situation und natürlich individuelle Präferenzen eine Rolle. Für Patienten, denen ein strukturierter Zeitplan wichtig ist, ist die Hämodialyse mit festgelegten wöchentlichen Terminen womöglich die erste Wahl.

Falls Sie sich nach mehr persönlicher Freiheit sehnen, kommt die Peritonealdialyse vielleicht eher in Frage. Diese erfordert allerdings, dass Sie aktiv in die Behandlung involviert sind und vor allem die strengen Hygieneregeln bei der Dialyse beachten.

Somit ist die Entscheidung für eine Methode von vielen medizinischen und individuellen Voraussetzungen abhängig. Ihr Arzt wird Sie bei der Wahl beraten und unterstützen.

Heimdialyse: Die Dialyse zu Hause durchführen

Bei der Peritonealdialyse, also der Bauchfelldialyse, wird das Bauchfell als Filter genutzt. Sie kann selbstständig zu Hause durchgeführt werden. Eine Form davon ist die CAPD, bei der die Dialyselösung mehrmals täglich manuell ausgetauscht wird.

Auch die Hämodialyse ist zu Hause möglich. Nach einem speziellen Training können Patientinnen und Patienten ein eigenes Dialysegerät zu Hause nutzen. So kann die Blutwäsche in vertrauter Umgebung stattfinden.

Dialyse zu Hause über Nacht (Nachtdialyse)

Für Patienten, die tagsüber arbeiten oder völlig flexibel bleiben möchten, bietet sich die Nachtdialyse an. Dabei übernimmt ein spezielles Gerät (Cycler) den Flüssigkeitswechsel automatisch, während Sie schlafen. So bleiben Ihre Tage frei für Beruf und Familie.

Ihr Behandlungsteam legt gemeinsam mit Ihnen fest, ob diese Form der Dialyse zu Ihrem Alltag und Ihrer Gesundheitssituation passt.

Häufige Fragen zur Dialyse (FAQ)

Alltag mit Dialyse meistern

Was ist eine Dialyse?

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Ablauf & Dauer der Dialyse

Erfahren Sie hier, wie lange eine Dialyse dauert und wie diese genau abläuft.

Umgang mit Nebenwirkungen

Erfahren Sie hier, welche Nebenwirkungen auftreten können.