Schlafwandeln

Was ist Schlafwandeln?

Geschätzte Lesedauer: 5:00 Min.

Schlafwandeln (Somnambulismus) trifft Kinder und Erwachsene gleichermaßen.1 Die Schlafstörung kann harmlos, aber auch gefährlich sein. In diesem Ratgeber erfahren Sie, was hinter dem nächtlichen Umherwandeln steckt, welche Ursachen es haben kann und was Sie konkret dagegen tun können.

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Kurz und knapp

  •      Betroffene: Kinder (Teil der Entwicklung) sind häufiger von Schlafwandeln betroffen als Erwachsene (psychische oder neurologische Gründe).
  • Ursachen: Stress, Schlafmangel oder genetische Faktoren können Auslöser sein.
  • Symptome: Umherlaufen im Schlaf, Ausführen komplexer und zielloser Handlungen, starrer Gesichtsausdruck, kaum Reaktion auf äußere Reize
  • Behandlung: Gute Schlafhygiene, Stressabbau und Sicherheitsmaßnahmen

Wie funktioniert Schlafwandeln?

Schlafwandeln ist eine Schlafstörung (Form einer sogenannten Parasomnie). Während der Non-REM-Schlafphase kommt es zu einer teilweisen Aktivierung motorischer Hirnareale, während das Bewusstsein weiterschläft. Beim Schlafwandeln stehen Betroffene auf, gehen umher, unterhalten sich oder führen komplexe Handlungen aus. Am nächsten Morgen erinnern sie sich oft nicht daran, das Bett verlassen zu haben.1 Je nach Ausprägung kann das Schlafwandeln leichter oder schwerwiegender Natur sein, sodass ärztlicher Rat notwendig wird.

Kennen Sie Menschen, die regelmäßig schlafwandeln?

Symptome des Schlafwandelns

Bestimmte Symptome sind typisch für Schlafwandeln und geben Hinweise auf die Schlafstörung:1

  • Aufstehen und zielloses Umhergehen: Betroffene verlassen das Bett und bewegen sich scheinbar orientierungslos durch das Zimmer. Oft wirkt es, als würden sie ohne klares Ziel oder erkennbare Absicht herumlaufen.
  • Leerer Blick, offene Augen: Schlafwandler wirken wach, da sie die Augen geöffnet haben. Der Blick ist jedoch starr und leer – ein typisches Merkmal dieser Schlafstörung.
  • Keine Reaktion auf Ansprache: Wenn Schlafwandelnde angesprochen oder berührt werden, reagieren sie meist nicht oder nur verzögert. Sie befinden sich in einem Zustand zwischen Schlaf und Wachsein.
  • Keine Erinnerung: Am nächsten Morgen fehlt jegliche Erinnerung an das nächtliche Verhalten – ein klares Indiz für Schlafwandeln.

Ist Schlafwandeln gefährlich? In Extremsituationen können Schlafwandelnde eine Gefahr für sich und andere darstellen – z. B. wenn sie in dieser Zeit den Herd bedienen oder sich ins Auto setzen

Ursachen des Schlafwandelns

Es gibt nicht den einen Grund dafür, dass manche Menschen mitten in der Nacht das Bett verlassen und umherwandern. Für die Schlafstörung gibt es vielfältige Ursachen. Die genauen Mechanismen sind noch nicht vollständig erforscht, doch mehrere Faktoren gelten als begünstigend.

1. Genetische Veranlagung

Studien zeigen, dass Schlafwandeln in einigen Familien gehäuft auftritt. Bei Verwandten ersten Grades ist das Risiko bis zu zehnfach erhöht.1 Hintergrund ist, dass sogenannte genetische Veranlagungen die Regulation des Schlafrhythmus beeinflussen und die Wahrscheinlichkeit für Parasomnien wie Schlafwandeln erhöhen können.2

2. Körperliche Faktoren

Stress, chronischer Schlafmangel oder Fieber können den gesunden Schlaf stören und die Wahrscheinlichkeit für nächtliches Aufwachen erhöhen. Besonders nach Schlafentzug oder in Erholungsphasen tritt Schlafwandeln gehäuft auf.1

3. Psychische und neurologische Erkrankungen 

Angststörungen, Traumata oder Depressionen stehen in engem Zusammenhang mit Schlafwandeln. Die Psyche beeinflusst die Schlafqualität und kann unbewusste nächtliche Verhaltensmuster auslösen.3 Auch neurologische Erkrankungen wie Epilepsie oder Demenz können Schlafwandeln begünstigen.

4. Medikamente und Alkohol

Bestimmte Medikamente (z. B. Beruhigungsmittel, Antidepressiva) können das Risiko für Schlafwandeln erhöhen. Auch regelmäßiger oder übermäßiger Alkoholkonsum wirkt sich negativ auf den Schlaf aus und kann Episoden auslösen.

5. Unregelmäßiger Schlafrhythmus

Bei manchen Betroffenen liegt ein gestörter Schlafrhythmus vor – etwa durch Schichtarbeit oder Jetlag. Diese Verlagerung der Schlaf-Wach-Zeiten kann Schlafstörungen wie Somnambulismus begünstigen.4

Schlafwandeln bei Kindern

Grundsätzlich kann Schlafwandeln in jeder Lebensphase auftreten. Je nach Alter unterscheiden sich jedoch Häufigkeit, Ursachen und Risiken. Erwachsene sind deutlich seltener von Schlafwandeln betroffen: Studien zeigen, dass etwa ein bis vier Prozent darunter leiden, während es bei Kindern bis zu 30 Prozent sein können.6

Schlafwandeln bei Kindern tritt besonders häufig im Alter zwischen vier und zwölf Jahren auf.1 In diesem Zeitraum entwickelt sich das Gehirn noch stark und stabilisiert die Schlafphasen immer mehr. Die Episoden können Eltern beunruhigen, jedoch sind sie zumeist harmlos. Die gute Nachricht: Meistens verschwindet das Schlafwandeln mit der Pubertät. Eltern sollten dennoch Vorkehrungen treffen, um Unfälle zu vermeiden – beispielsweise Fenster und Türen sichern sowie Stolperfallen entfernen. Wenn sie zudem auf ruhige Einschlafrituale achten, kann das Auftreten von Schlafwandeln bei Kindern reduziert werden.5

Typische Ursachen auf einen Blick

  • Längere Tiefschlafphasen: Kinder verbringen mehr Zeit im Tiefschlaf als Erwachsene. Schlafwandeln tritt typischerweise in dieser Schlafphase auf.
  • Unreife Schlafregulation: Das zentrale Nervensystem ist noch dabei sich zu entwickeln. Das kann zu einer „fehlerhaften Aufwachsteuerung“ führen.
  • Familiäre Häufung: Wenn ein Elternteil selbst schlafwandelt, ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass auch das Kind betroffen ist.

Schlafwandeln behandeln

Ziel der Therapie ist es
1.    Verletzungen zu vermeiden, 
2.    körperliche und mentale Anspannung zu reduzieren sowie 
3.    den Schlafrhythmus zu normalisieren.1

Betroffene sollten darauf achten, die Regeln der Schlafhygiene einzuhalten und können Entspannungstechniken erlernen. In schwereren Fällen des Schlafwandelns kann eine Psychotherapie sinnvoll sein. Bei langfristigen Beschwerden können Medikamente wie Benzodiazepine oder trizyklische Antidepressiva helfen. Diese heilen jedoch nicht die Schlafstörung, sondern helfen lediglich im Umgang mit den Symptomen. Bei chronischem Schlafwandeln sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.1

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Quellen

1 Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (o. J.): Schlafwandeln – Wie kann ich damit umgehen? (zuletzt aufgerufen am 08.09.2025)
2 Therapie.de (o. J.): Schlafwandeln (Somnambulismus) (zuletzt aufgerufen 16.07.2025)
3 Rodenbeck, A., Mayer, G. Schichtarbeit. Somnologie 27, 216–225 (2023). https://doi.org/10.1007/s11818-023-00421-8 (zuletzt aufgerufen 16.07.2025)

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