Nierenerkrankungen kurz erklärt
Nierenschmerzen treten oft im Bereich des Rückens, in den Flanken oder dem Unterbauch auf. Veränderungen im Urin können auf verschiedene Nierenerkrankungen hindeuten. Zu hoher Blutdruck, Diabetes oder die häufige Einnahme von Schmerz- und bestimmten Arzneimitteln sind Risikofaktoren für Nierenerkrankungen.
Von chronischer Niereninsuffizienz spricht man, wenn mehr als drei Monate ein Nierenschaden mit oder ohne Funktionseinschränkung vorliegt. Dann ist eine Nierenersatztherapie notwendig. Die Diagnose von Nierenerkrankungen erfolgt über verschiedene Werte im Blut und Urin.

Welche Nierenerkrankungen gibt es?
Die Nephrologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin und beschäftigt sich mit den Erkrankungen der Niere. Es gibt viele unterschiedliche Arten von Nierenerkrankungen. Beispielsweise finden bei einer Glomerulonephritis autoimmune Entzündungsprozesse statt, die die Nierenfilterchen (Glomerula) betreffen.
Bei einer vaskulären Nephropathie verändert sich der Blutfluss in den Nieren, wodurch es zu Schäden kommt. Weiterhin gibt es bakterielle sowie nicht bakterielle Entzündungen im Nierengewebe, Zysten als Verursacher von Degeneration sowie Systemerkrankungen wie die Bindegewebserkrankung systemischer Lupus Erythematodes.
| Der Überbegriff für alle Krankheiten der Niere. |
Die eingeschränkte Funktion der Niere. Es gibt 4 verschiedene Stadien der Nierenschwäche:
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Das Endstadium (Stadium 5), bei dem die Nierenfunktion fast vollständig ausfällt und eine Dialyse nötig wird. |

Wie gehts Ihren Nieren?
Die fünf Stadien der Nierenerkrankung.
Symptome von Nierenerkrankungen im Überblick
Frühsymptome
- Müdigkeit und allgemeine Erschöpfung
- Leistungsschwäche im Alltag oder beim Sport
- Konzentrationsstörungen
- Leicht erhöhter Blutdruck, oft ohne erkennbare Ursache
Symptome im fortgeschrittenen Stadium
- Wassereinlagerungen (Ödeme), vor allem an Beinen, Knöcheln oder im Gesicht
- Schaumiger oder blutiger Urin
- Veränderte Urinmenge, z. B. häufiges Wasserlassen in der Nacht
Spätsymptome (Nierenversagen)
- Juckreiz der Haut
- Übelkeit und Erbrechen
- Atemnot durch Wasseransammlung in der Lunge
- Metallischer Geschmack im Mund
Nierenschmerzen oder Rückenschmerzen?
Nierenschmerzen:
Einige Nierenerkrankungen bleiben oft vorerst unentdeckt, da sie sich nicht in eindeutigen Symptomen äußern. Nierenschmerzen können aber auf verschiedene Nierenerkrankungen hinweisen. Oft werden sie zuerst mit Rückenschmerzen verwechselt, da sie im Bereich des unteren Rückens auftreten. Schmerzen können sich auch im Flankenbereich sowie im Unterbauch äußern. Ursachen können zum Beispiel eine Nierenbeckenentzündung, eine Nierenentzündung, Nierensteine, ein Nierentumor oder eine Glomerulonephritis sein. Gehen Sie bei Nierenschmerzen auf jeden Fall zum Arzt. Dieser kann über einen Blut- oder Urintest die Ursache der Schmerzen feststellen. Unbehandelte Nierenerkrankungen können bleibende Schäden hinterlassen.
Rückenschmerzen:
Rückenschmerzen entstehen dagegen häufig durch Verspannungen der Muskulatur, Fehlhaltungen oder Probleme der Wirbelsäule. Sie verändern sich oft bei Bewegung oder Lagewechsel und sind in vielen Fällen nicht mit einer Nierenerkrankung verbunden.
Was passiert bei einem Nierenstau?
Ein Nierenstau ist keine eigenständige Nierenerkrankung, sondern vielmehr ein Symptom verschiedener Ursachen, wie zum Beispiel Harnsteine oder Tumore. Bei einem Nierenstau kann der Urin nicht mehr ausgeschieden werden, wodurch es zu starken Schmerzen kommen kann. Lassen Sie sich auf jeden Fall von Ihrem Arzt untersuchen und klären Sie die unterliegende Ursache ab.
Risikogruppen: Welche Personen sind besonders anfällig für Nierenerkrankungen?
(Blut-) Druck lass nach!
Nieren und Bluthochdruck hängen eng zusammen. Zu den häufigsten Ursachen von Nierenerkrankungen bzw. -versagen zählt zu hoher Blutdruck. Wird unser Blut mit zu viel Druck durch den Körper gepumpt, belastet dies nicht nur unsere Gefäße, sondern auch das Herz und alle weiteren Organe.
Hoher Blutdruck kann also sowohl Auslöser von Nierenerkrankungen sein, bereits geschädigten Nieren aber auch wiederum zusätzlich zu schaffen machen, weil durch den hohen Blutdruck unter anderem das empfindliche Glomeruli System zerstört werden kann.1 Zusammenfassend kann eine Nierenerkrankung sowohl Ursache als auch Folge eines Bluthochdrucks sein. Eine Nierenschädigung verursacht durch einen dauerhaften Bluthochdruck nennt man vaskuläre Nephropathie.
Nierenversagen bei Diabetes
Chronisches Nierenversagen kann eine Langzeitfolge eines Diabetes sein. Etwa 40 – 50 % der Patienten mit Typ-1 oder Typ-2 Diabetes entwickeln im Laufe der Erkrankung eine sogenannte diabetische Nephropathie.2 Meist tritt das Nierenversagen etwa 10 – 15 Jahre nach Beginn der Erkrankung auf.
Risikofaktoren
Menschen, die regelmäßig Schmerz- oder andere bestimmte Arzneimittel einnehmen, tragen ein höheres Risiko, an einer Funktionsstörung der Nieren zu erkranken. Schließlich haben die Nieren dann umso mehr Arbeit mit dem Ausscheiden diverser Giftstoffe. Auch eine Übersäuerung des Körpers – zum Beispiel durch unausgewogene Ernährung – kann ein Grund sein. Zudem gibt es angeborene und erblich bedingte Nierenerkrankungen oder solche, die durch einen Unfall oder eine schwere Verletzung verursacht werden.
Wie wird eine Nierenerkrankung diagnostiziert?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Nierenerkrankung zu erkennen. Dabei werden verschiedene Nierenwerte ermittelt. Die Diagnose erfolgt meist über einen Blut- oder Urintest. Häufig wird entweder die Konzentration eines Eiweiß, des Albumins, im Urin oder das Kreatinin im Blut untersucht. Außerdem bestimmt der Arzt die glomeruläre Filtrationsrate, anhand der sich bestimmen lässt, wie gut die Niere arbeitet.
Folgen einer Niereninsuffizienz
So viele Aufgaben unsere Nieren auch übernehmen, eines können sie nicht – sich selbst reparieren. Ist die Niere einmal geschädigt, kann sie nicht mehr regenerieren. Eine Funktionseinschränkung der Niere kann verheerende Auswirkungen haben: Arbeiten die Nieren nicht mehr richtig, sammeln sich Schadstoffe im Körper an, die nicht mehr abtransportiert werden können.
Nierenersatztherapie Dialyse
Wenn Ihr Arzt Ihnen zur Dialyse rät, heißt das, dass Ihre Nieren ihre Funktionen nicht mehr erfüllen können. Die Dialyse unterstützt die Nieren bei der Entgiftung des Körpers. Lesen Sie auf den folgenden Seiten, welche Verfahren es gibt und besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt.
Häufige Fragen: Was Sie über Nierenerkrankungen wissen müssen
Wenn die Nieren versagen: Nierenersatztherapie



Quellen
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KfH, „Chronische Nierenerkrankungen“, https://www.nierenwissen.de/chronische-nierenerkrankungen/welche-erkrankungen-koennen-die-nieren-befallen/, 09.06.2020
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Deutsche Diabetes-Hilfe, „Diabetische Nephropathie“, https://www.diabetesde.org/ueber_diabetes/begleiterkrankungen_bei_diabetes/nierenleiden, 09.06.2020
-
Dr. Darko Stamenov, „Niere und Hypertonie“, https://www.medmix.at/niere-und-hypertonie/?cn-reloaded=1, 09.06.2020
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DocCheck Flexikon, “Hyperkaliämie“, https://flexikon.doccheck.com/de/Hyperkaliämie, 09.06.2020



