Pressemitteilung

30.09.2024


STADA mit Symposium auf der DGfN-Jahrestagung: Kinpeygo in KDIGO Leitlinien als fester Bestandteil moderner IgAN-Therapie empfohlen

  • Moderne IgAN-Therapieoptionen, wie TrF-Budesonid Nefecon (Kinpeygo®[1]) ermöglichen kausale Therapie über bisherige reine Symptombehandlung hinaus
  • Entwurf der neuen KDIGO-Leitlinie empfiehlt ausdrücklich die Behandlung von IgANPatienten mit Nefecon, bei Bedarf auch in wiederholten Therapiezyklen[2]
  • In-vivo Studie3 belegt zielgerichtete Wirkung – spezielle Galenik von Nefecon erzielt präzise Dosisfreisetzung des Budesonids im distalen Ileum[3]

Bad Vilbel – 30. September 2024 – Die IgA-Nephropathie (IgAN) – auch Morbus Berger genannt – ist die weltweit häufigste Form der Glomerulonephritis (Beleg). Sie betrifft zwei- bis dreimal mal häufiger Männer als Frauen und führt in 25-30% der Fälle zu einer terminalen Niereninsuffizienz.[1] Die Therapie war lange Zeit auf symptomatische Behandlungsoptionen begrenzt. Seit zwei Jahren gibt es ein Medikament zur Behandlung der primären IgANephropathie, das sich bereits als wichtiger Bestandteil in der modernen IgAN-Therapie etabliert hat. Dieses TrF-Budesonid Nefecon, Markenname Kinpeygo®, stand mit seinem kausalen Therapieansatz und seiner einzigartigen Wirkweise im Fokus des STADA Symposiums

 

Moderne Therapieoptionen ermöglichen kausalen Ansatz 

Die Pathogenese der IgAN-Erkrankung ist nicht eindeutig geklärt, wird aber im distalen Ileum, in den sogenannten Peyer-Plaques, vermutet.[1] Im Rahmen der lokalen Immunabwehr produzieren diese galaktosedefizientes Immunglobulin-A (gd-IgA), welches in die Zirkulation gelangt und dort vom Immunsystem der IgAN-Patienten als fremd erkannt wird. Dies führt zur Entstehung von Autoimmunkomplexen, die sich renal ablagern, Entzündungsprozesse auslösen und langfristig die Nieren schädigen. 

In seinem Vortrag "Therapieleitfaden IgA-Nephropathie: Optimale Einsatzmöglichkeiten von Nefecon und Co.“ verwies Prof. Jörg Latus auf die hohe Morbidität der IgAN.[2] Latus betonte, dass bei der Auswahl der adäquaten IgAN-Therapiemodalität der duale Krankheitsverlauf beachtet werden sollte. Neben der Therapie der Immun- und entzündungstreibenden Komponente ist eine begleitende supportive Therapie der CKD-Komponente empfohlen.[3] In diesem Zusammenhang betonte Latus die Bedeutung moderner IgAN-Therapieoptionen mit kausalem Ansatz am Beispiel des TrF-Budesonids Nefecon. Dieses setzt im distalen Ileum an und verringert lokal die Bildung von gd-IgA innerhalb der B-Zellen.[4] Latus verwies diesbezüglich auf die NefIgArd-Studie[5]. Diese zeigt, dass mit Nefecon behandelte Patienten nach einem 9-monatigen Therapiezyklus und einer Follow-Up Periode von 15 Monaten eine 50% geringere Reduktion der eGFR im Vergleich zur Kontrollgruppe aufweisen.11 Auch die Reduktion der UPCR konnte über die 24 Monate Beobachtungszeitraum nachhaltig um 30% versus Kontrollgruppe reduziert werden.11 Zusätzlich zeigte sich in der Phase-II-NEFIGANStudie[6] eine signifikante Reduktion der gd-IgA Spiegel in der Nefecon-Gruppe versus Placebo, was den krankheitsmodifizierenden Effekt von Nefecon belegt.13

 

In-vivo Studie belegt die zielgerichtete Freisetzung von Nefecon

Prof. Werner Weitschies ging in seinem Vortrag „Gezielte Freisetzung von Budesonid mit NefeconKapseln im terminalen Ileum: Geht das?“ auf die spezielle Galenik von Nefecon ein. Eine in-vivo Studie unter seiner Schirmherrschaft untersuchte die Freisetzungskinetik der NefeconTestkapseln.3 12 gesunde Probanden erhielten spezielle wirkstofffreie Nefecon-Testkapseln mit dem Kontrastmittel Eisenoxyd und Koffein. Koffein wird sehr schnell resorbiert und kann kurz nach der Freisetzung über den Speichel detektiert werden, während der eigentliche Freisetzungsort im Darm über das Kontrastmittel Eisenoxyd im MRT bestätigt werden kann. 

Die Ergebnisse zeigen, so Weitschies, dass bei 10 von 12 Probanden (83%) die Testkapsel die Testsubstanzen zuverlässig am Wirkort der IgAN-Entstehung im distalen Ileum freisetzte. Da die Probanden lediglich eine Testkapsel bekamen, die empfohlene Dosierung bei IgANPatienten allerdings bei vier Kapseln liegt, ist davon auszugehen, dass in der Praxis ausreichend Nefecon-Wirkstoff im distalen Ileum freigesetzt wird. So betonte Weitschies, dass Nefecon im Vergleich zu anderen Präparaten, die ebenfalls den Gastrointestinaltrakt adressieren, die zielgerichtetste lokale Wirkstofffreisetzung mit der geringsten Streuung aufweist.3

 

Erste Real World Evidence Daten zur Nefecon-Therapie 

Prof. Adrian Schreiber präsentiert in seinem Vortrag „Nefecon in der Praxis: Anwendungsbeispiele und Therapieerfahrungen bei IgA-Nephropathie“ erste Real World Evidence Daten zu Nefecon. Schreiber veranschaulichte anhand von zwei Kasuistiken die Wirkweise des Trf-Budesonid Nefecon. Diese zeigen, dass zum einen die Proteinurie gesenkt, und zum anderen die Nierenfunktion stabilisiert wurde, beides Endpunkte, über die sich der Erfolg einer IgAN-Therapie definiert.  

Im ersten Fall handelte es sich um einen Patienten, bei welchem trotz maximierter supportiver Therapie (ACE-Hemmer + SGLT2i) die Proteinurie nicht ausreichend kontrolliert werden konnte. Der Patient sprach gut auf Nefecon an und zeigte eine deutliche Verbesserung der eGFR sowie der Proteinurie. Der zweite Patient wurde ebenfalls bereits supportiv behandelt (ARP + SGLT2i) und zeigte mit Blick auf die eGFR und Proteinurie ein gutes Therapieansprechen. Trotzt der positiven Effekte während der 9-monatigen Stoßbehandlung, konnte die erzielte UPCR-Reduktion in seinem Fall nicht langfristig, also nach Absetzen von Nefecon, stabilisiert werden. Der starke Abfall der eGFR konnte allerdings auch nach Beendigung der Therapie gebremst werden.

Abschließend gab Schreiber einen Ausblick auf die zukünftige IgAN-Therapie und präsentierte den Entwurf der neuen KDIGO-Leitlinien, die voraussichtlich Ende 2024 veröffentlich werden. Diese empfehlen Nefecon als festen Bestandteil der fortschrittlichen IgAN-Therapie, um pathogenes gd-IgA zu reduzieren. Leitlinienkonform sollten Nephrologen zukünftig ihre Patienten auch in Register einschließen. Hierfür steht seit kurzem das IgA-Subregister des ERKnet (European Rare Kidney Disease Network), unter Leitung von Prof. Floege, zur Verfügung. 

Das Symposium zeigt, dass sich Nefecon, das erste Medikament zur Behandlung der primären IgA-Nephropathie, in kürzester Zeit als wichtiger Bestandteil der modernen IgAN-Therapie etabliert hat. Die Referenten betonten in ihren Vorträgen insbesondere den kausalen Ansatz und krankheitsmodifizierenden Effekt[1] von Nefecon, der nicht zuletzt durch das einzigartige Freisetzungsprofil[2] erreicht wird. 

 

Über Kinpeygo®

Kinpeygo ist zur Behandlung von primärer Immunglobulin A (lgA)-Nephropathie (lgAN) bei Erwachsenen mit einer Proteinausscheidung ≥ 1g/24h oder einer UPCR von ≥ 0,8 g/Gramm zugelassen) zugelassen.1 Mit der Phase 3-NefIgArd-Studie wurde zum ersten Mal ein Medikament zur Behandlung der IgAN aufgrund von Proteinurie-Verlaufsdaten nach 12 Monaten vorläufig zugelassen. Die volle Zulassung durch die EMA erfolgte dann aufgrund der positiven Ergebnisse der Gesamtstudie über 2 Jahre. 

1Fachinformation Kinpeygo®, Stand: Juli 2024
2KDIGA 2024 clinical practice guideline for the management of immunoglobulin a nephropathy (igan) and
immunoglobulin a vasculitis (igav) public review draft august 2024. URL: https://kdigo.org/wp
content/uploads/2024/08/KDIGO-2024-IgAN-IgAV-Guideline-Public-Review-Draft.pdf, letzter Zugriff: 25.09.2024.
3Grimm M, et al. Mol Pharm. 2024;21(6):2828-2837.
4Watts P, Smith A. Expert Opin Drug Deliv. 2005.
5Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) Glomerular Diseases Work Group. KDIGO 2021 Clinical
Practice Guideline for the Management of Glomerular Diseases. Kidney Int. 2021;100(4S):S1-S276.

6STADA Symposium: „Nefecon-Update: Aktuelle Entwicklungen bei IgA-Nephropathie“, Samstag, 28.09.2024,
13:00 bis 14:00 Uhr, Berlin. URL: https://www.nephrologie-kongress.de/index/programm/20240928.html, Stand:
27.09.24.

7Barratt J et al. Why Target the Gut to Treat IgA Nephropathy? Kidney Int Rep 2020; 5(20): 1620–1624.

8Pitcher D, et al. CJASN. 18(6):727-738.

9Barratt J. 61. ERA Congress; May 2024; Stockholm.

10 Yeo SC, Barratt J. Clin Kidney J. 2023;16(Suppl 2):ii9-ii18.

11Lafayette R, et al. Lancet. 2023;402(10405):859-870.

12 Fellström, Bengt C et al.The Lancet, Volume 389, Issue 10084, 2117 - 2127
13 Wimbury D, et al. Kidney Int. 2024;105(2):381-388.

14 Targeted-release budesonide modifies key pathogenic biomarkers in immunoglobulin A nephropathy: insights
from the NEFIGAN trial. Wimbury, David et al.; Kidney International, Volume 105, Issue 2, 381 – 388.
15 Dressman, J. (2023). Comparative Dissolution of Budesonide from Four Commercially Available Products for
Oral Administration: Implications for Interchangeablity. Dissolution Technologies.

Über die STADA Arzneimittel AG

Die STADA Arzneimittel AG hat ihren Sitz im hessischen Bad Vilbel. Das Unternehmen setzt auf eine

Drei-Säulen-Strategie bestehend aus Consumer Healthcare Produkten, Generika und

Spezialpharmazeutika. Weltweit vertreibt die STADA Arzneimittel AG ihre Produkte in rund 120 Ländern. Im Geschäftsjahr 2023 erzielte STADA einen Konzernumsatz von 3.734,8 Millionen Euro und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 802,2 Millionen Euro. Zum 31. Dezember 2023 beschäftigte STADA weltweit mehr als 11.700 Mitarbeiter.

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